von schlittenschläfern, schlittenrasern und schlitterpartien
Diesmal starteten wir schon im Januar in den Winterurlaub. Am 29. war nämlich großer Geburtstag von O.B. Also hieß es erst mal Kind verkaufen um in Ruhe den Kofferraum vollzupacken und genau das war er dann auch! Der war so voll, dass wir sogar den scheinwerfen weiter runter schalten mussten! Da mag ich doch lieber den Sommerurlaub mit den 2bikinis und 3unterhosen für 4Wochen Urlaub. Dann holten wir Kindelein wieder ab und düsten nach Aue.
Dort wurde gefeiert, gesungen und gemampft und als Oli dann kurz vorm abdanken war, weil der feine Herr seit 14Uhr nicht mehr geschlafen hatte und es mittlerweile 20uhr war, packten wir ihn in die Schale und als der Motor begann zu brummen, schloss er friedlich die Äugelein. Weil Mad ein schlauer Fuchs ist, fuhren wir nicht wieder nach Hause, sondern rückten Österreich schon mal bedrohlich Nahe. Auf der A72 ging es ab nach Hof, wo Andrea schon mal das Schlafzimmer heizte, weil man ja bei der Kälte nicht schlafen kann. Vor uns fuhren auf der Autobahn einige Schneeräumfahrzeuge obwohl doch die Fahrbahn kein Krümel Schnee beherbergte. Erst als wir in Hof abfuhren, sahen wir, dass Schneeräumfahrzeuge sinnvoll sind, denn alles war verschneit und ungeräumt. So schlitterten wir fröhlich mit nörgeligem Kind durch Hof, bis wir endlich vorm richtigen Haus standen. Schnell Hasenzahn und Kulturbeutel untern Arm klemmen und bei Sturm inkl. Schnee die richtige Haustür finden. Dann hatte ich die Ehre Monsterbacke Bettfertig zu machen und dann auch noch in selbiges zu verfrachten. Was für ein Gaudi. Aber irgendwann schlief er und wir konnten noch kurz die Wohnung beäugen - Andrea zieht ja ständig um, da kannten wir ihr derzeitiges Domizil noch nicht. Als es mir dann unmöglich schien die Augen weiter aufzuhalten, gingen wir zu Bett. Wobei, eigentlich hatte Oli das Bett, wir lagen auf der Matratze davor. Oli danke es uns mit einem guten Schlaf, fein. Andrea stampfte am Morgen durch 15cm Neuschnee zum Bäcker, während ich Oli von der Windelbombe befreite und dann aßen wir fein zum Frühstück Brötchen mit jede Menge drauf. Doch die Reise musste weitergehen und so flitzen wir auf der A93 in den Stau. Warum auch nicht, München war ja schließlich in der Nähe und wo ein München, da auch ein Stau. Aber ich erwähnte ja schon, dass Mad ein schlauer Fuchs ist und muss nun hinzufügen, dass auch ich ein kluges Tierchen bin, also fuhren wir auf der B irgendwas neben der A irgendwas her und blieben staufrei. Über den Achenpass schmuggelten wir uns nach Österreich und was sofort auffiel war der pupsige Benzinpreis! Aber tanken kann man ja auch später, erstmal wollen wir ankommen, Oli wollte das besonders. 18Uhr betraten wir die Bude und es gab Nudelsuppe! Zum Glück haben wir einen Koch im Haus!
Am nächsten Morgen lachte uns die Sonne an, bzw den Berg in der Nähe des Hauses. Das Haus selbst bekam wahrscheinlich im Winter gar keine Sonne ab, die machte sich nämlich immer ziemlich schnell davon und kam nur Mittags Mal ins Tal geguckt. Aber wir waren ja nicht zum sonnen in Österreich! Während Hinz und Kunz auf den Gletscher fuhr, packte ich Oli in den Schlitten, hängte den Schlitten an Lillis selbigen und zog beide durch die Landschaft. Oli nutzte dies gleich zum schlafen und Lilli kippte ständig um, hätte wohl mal nen Alkoholtest machen müssen… Am Abend ging ich dann nochmal mit Oli im Tuch und der „Gegenpäpstin” im Ohr raus. Irgendwie gar nicht so einfach, weil unten alles weiß und oben alles Schwarz und kein Licht weit und breit! Aber da links und rechts vom Weg Loipen waren, ging ich meine Runde und kam ohne irre Umwege wieder am Haus raus.
Am nächsten Tag kam Lilli mit auf den Hang und Louis und Robert blieben da. Nach dem Mittagsschläfchen im Schlitten, fuhren wir mal nach Neustift. Glücklicherweise hab ich ein gutes Langzeitgedächtnis (das Kurze ist dank Stilldemenz total im Eimer) und wusste, dass man vor 14.30uhr dort nicht auftauchen braucht, weil die da - man merkt man ist im Süden - Siesta machen. Die Geschäfte sind noch die gleichen, doch mittlerweile gibt es eine Schlittschuh- und Reifenrutschbahn. Wir vergewisserten uns noch über das Vorhandensein der Nachtrodelstrecke und fanden vorm Haus einen wartenden Little wider. Während ich Oli ins Bett steckte und mich über CSI Miami bekugelte, rodelten die Anderen auf vereisten Bahnen mit dem Schlitten ins Elfertal. Mad hatte Raserlouis als Beifahrer, der immer „schneller!” schrie und Unfälle bauen wollte. Ein Wunder das alle in einem Stück wieder heimkamen!
Am Mittwoch machten wir mal nen ruhigen und gingen ins Hallenbad. Noch recht guter Dinge standen wir 12.30uhr vor verschlossenen Türen. Die machen 13Uhr auf. Naja, dann eben runter ins Restaurant übern Billa. Käsespätzle essen. Lecker! Oli bekam entsalzte Pommes und Wasser aus dem Glas. Aber scheinbar war er schon in Badelaune und begoss sich mehrmals. Aber wenigstens machte nicht nur Oli die Sitze nass, auch Lillis Stuhl versank im Apfelsaft. Nach so viel Vorgeschmack, ging es dann ins richtige Bad. Uff, also es schien mir fast unmöglich weiter als Kniehöhe ins Eiswasser zu gehen. Ob die überhaupt heizen? Gänsehaut war noch untertrieben für diese Hautstruktur! Aber ein Indianer kennte keinen Schmerz und so schwamm ich neben Oli (im Schwimmreifen) im Becken hin und her. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, dass der kleine Herr gleich im Reifen einschläft und ging mit ihm raus. Auf den Liegestühlen war allerdings jegliche Müdigkeit verflogen und er schaute den Schwimmern zu. Vom Heimweg bekam er allerdings keine 5m mit und schnarchte.
Am Abend besuchten wir vorm Nachtrodeln die Ziegenfrau und holten unsere auf elektronischem Wege vorbestellten Kaminwurzen ab. Und weil wir grad da waren noch nen Feta, Gouda, Urgestein und Paprika getränkte Ziegenkäse. Ach einfach lecker. Wir schauten auch gleich nochmal bei den Ziegen im Stall vorbei und bedankten uns für die Gaben und würdigten die neugeschlüpften grad mal ein paar stunden jungen zicklein. Dann düsten die anderen die Piste hinab und ich zum Haus hinauf.
Am Donnerstag chauffierte ich Robert und Manu dann auf den Innsbrucker Flughafen und wir 3 machten einen kleinen Rundflug über Öz- und Stubaital und wie die Berge alle hießen. Der Pilot meinte zwar, dass man durch den Sauerstoffmangel in 4000m Höhe euphorisch werden würde, doch mir wurde eher übel. Und zwar so richtig. Der Pilot freute sich über das feine Wetter und die ruhige Lage des Fliegers, während ich mich mit der Frage beschäftigte ob ich nach ner Tüte fragen sollte oder nicht. Das Stubaital war Wind und Schlaglochfrei und so erholte ich mich, doch als wir Innsbruck näher kamen, versuchte mein Trommelfell zu platzen. Doch dann kam Schlaglochinnsbruck, das Geruckel hörte ja gar nicht mehr auf, der Wunsch nach der Tüte wuchs, mein Gesicht wurde bleicher und bleicher und nur dank der ausgezeichneten Landung, blieben alle Passagiere von meinem Frühstück verschont. Anschließend suchten wir die Innenstadt, parkten schön zentral (1.std 2,40€ und jede weitere ½ std 1,20€!), aber von city weit und breit nix zu sehen. Beim Italiener erlagen wir den Spaghetti Carbonara und gaben die Suche auf. Vollgefressen und die erste Parkstunde überschritten, ließen wir uns Zeit bei der Parkhaussuche(wir gingen nicht den gleichen Weg zurück) und kamen zufällig am „Winkelgasse”set vorbei. Zumindest sah es so aus in der Innenstadt! Ja wir haben sie gefunden, ebenso das sich in der Innenstadt befindliche Goldene Dach Innsbrucks. Problemlos fanden wir den Weg zum Parkhaus und von da aus wieder ins Stubaital.
Am Freitag war Robert fast schon klinisch Tod, zumindest saß er verschnupft in der Ecke und beschloss so mal nicht auf den Hang zu gehen. So schlecht war die Entscheidung im Nachhinein nicht, denn an diesem Tag war sehr schlechtes Wetter auf dem Gletscher. Alle schlitterten blind durch die Gegend, schlitterten auf vereisten Pisten dem Tal entgegen und wurden dann auch noch vom Gletscher runter gekehrt. Sie verpassten nämlich die letzte Gondel und mussten dann erstmal zusehen, wie die Gondeln ins Bett geschickt wurden und durften dann mit den letzten 5 talwärts baumeln. Na so ein Glück. Sie hätten zwar auch in der Dresdnerhütte übernachten können, doch das wäre teuer geworden…
Am Abend packte ich schon mal die Taschen, um am nächsten tag nicht so viel tun zu müssen, war auch ganz clever (ja, so bin ich), denn es gab soviel zu packen und wegzuräumen, im Weg zu stehen, planlos umherzuirren, zu suchen, zu finden und zu hoffen, dass es bald geschafft ist, da machte es Oli ganz richtig, als er auf meinem Rücken einschlief. Irgendwann war aber auch das kleinste Teilchen im Auto verstaut und wir konnten starten. Kurz noch eine M-Preis-Pause zum Gurgtalerschmuggeln, dann noch tanken, Grenze überqueren, beim McD ein zweites Frühstück…nee Mittag einnehmen, auf der anderen Seite vom Tegernsee hinter Schnarchnasen entlang tuckern, Gas tanken, eine staufreie A99 vorzufinden und zu befahren, den Stau auf der A9 zu umfahren, den kranken Richard besuchen und 20:45Uhr zu Hause zu sein. Uff.
Natürlich wurden auch Bilder gemacht. Dank Robert. Die gibts hier.